Dialekt.

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Kultur:
Dialekt
Indervigrâtterisch geredt´
Villgraterisch gerededt´

Der älteren und mittleren Generation sind viele sicher noch geläufig – unsere Jugendlichen und Kinder kommen hinaus in die Welt und müssen sich dort anpassen.
Auch die moderne Welt und ihre Einflüsse hat unsere Alltagssprache verändert – (Neue Wörter, andere Arbeitsgeräte)

Gesammelt von Maria Lanser


Wegen der Lese und Schreibschwierigkeiten zuerst einige Vorbemerkungen:

Da gibt es das dumpfe dunkle A zum Beispiel:
bei Grânt – Holzbehälter
gâschtig(k) – schmutzig

gegenüber dem hellen A bei grantig, Langis, und das kurze A für den Artikel „ein“:
a Leggele, a keidl

EI wird oft separat ausgesprochen: „Gedre(i)ße bzw. die Betonung liegt auf dem i;

weiters – zwei zusammenliegende Selbstlaute werden getrennt ausgesprochen:
kloan, Goaß, Fiange, guit;

Sehr schwierig ist das dumpfe O – das fast wie ou klingt; Zum Beispiel:
Ofen, Oberstôlla;

 

a Strupf – a Ziegl ein Stück Seil
a Tschüpl Gras eine Handvoll Gras
Seichelôk, Lôk zusammengeknüllte Wurzeln
  ausgekocht ersetzen sie eine Seihe.
Rahmbouge ein Holzstück zum entrahmen der Milch
rupfan und harben
 
Bezeichnung des Leinens das selber hergestellt wird
ra(a)san Gewebe aus Wollfasern und Leinen
Fliantsche Krempe vom Hut
Flatter Schimpfname
Gitsche ein Mädchen
a Bêssele tuin etwas Arbeit verrichten
Flusch, i gi´dor bums Schläge
heitscha mâchn Liebkosung
a Hôck, a Bruck etwas Brot
Milch unpiss´n Milch schaumig rühren
Knôte großer Stein
Lâtsch, Laggl, Lout´r gewollt und ungewollt, verstellte Charakter
Gungge kleiner Hügel
Aâre geb´n Vorschusszahlung
Glumpat minderwertige Sachen
Bofa Kinderlätzchen
Tâtscha Hausschuhe
Schwetta´ Weste
Treapele Tollpatsch
Trog(k) Wassertrog
Wiere absperrbarer Holztrog an einer Mühlwasserableitung
Miate grüner Viehfutter
Egarte Wiese
Troje vom Vieh ausgetretener Steig
Blötsche großes Blatt
Schmelle Grashalm mit Fruchtstand
Guggahântsche Enzian
Krahschinklan kleiner Enzian
Kinigeiglan Mehlprimel
s´ Jett Zeit des Jätens
Zursche Zapfen von Bäumen
Kretscha Gras wirr durcheinander
   
an Stoutze Holzgefäß zum ausspülen
a Stibich Kornbehälter am Rücken zu tragen
a Pittra Holzgefäß für saure Milch
a Sêchte Holzgefäß zum melken
a Schloacka Holzgefäß zum Butter machen
a Bôttich Holzgefäß fürs Krautschneiden, aber auch
  Wasserbehälter
a Multo´r Holzbehälter je nach Größe für verschiedene Zwecke
a Brôtmitte Backtrog
a Schwiebl Holzverschluss an Türen usw.
a Lunte entsteht zwischen 2 Brettern oder Balken
a Roudl Holz zum Polenta rühren
a Ploile Holzstück zum Waschwasser ausschlagen
a Tri(e)bl Nudelwalger
a Stole Stellage an der Wand
a Tri(e)stl Schublade am Tisch
a Tood Schublade von der Kommode, Kamottkaschte
a Zischgge geflochtener Korb von Wurzeln, Flickzischgge
a Zögger geflochtener Handkorb
a Râggl dürrer Ast
a Tschôggl Holzschuhe
a Lucke offener Zaun
a Grânt Holzbehälter fürs Korn
a Krutte, Pôchtkrutte offene Kiste zum Kinder hineinsetzen
an Hibla´r zum trocknen von Heu
an Schrooge Dreibeingestell aus Holz
a Trien´dl drehbares Holzgestell für die (hölzernen) Milchschüsseln
a Drole fast unauflösbares Wirr Warr beim Garn
a Gulge zusammengeknüllte Kleider
a Numarelle Schirm
a Fiange Stück Brot
a Henkile Knochenstück vom Schwein
Gedre-iße Schaum beim Schmalz sieden
Trial(l)e Lippen
an Hange Schürze mit Brustik (Brustfleck)
Bôsslzeug(k) Spielzeug
Pfrigl Teigsuppe
Schurr Pfannenbelag, sehr begeht zB beim Mus
Teschte Kochtopf
Fogazze Brot aus Hafermehl
Nigilan kugeliges Schmalzgebäck
Vöntschile Brot vom letzten Teig
Brômpan Schnaps
Gâggilan Eier
Loape Rest vom Essen
in Tiesl hâbn krank sein
a Tschoape Oberteil eines Kleides
a Firtig(k) Halbschurz
a Glufe Schmucknadel, Nadel
a Görre, Wôtscha weibl. Schaf
a Tulle männl. Schaf
a Ludla kleines Kälbchen
a Nâtscha Schwein
a Happl Schaf
a Schrettl Schmetterling
Langis Frühjahr
Erchtâg Dienstag
Pfinzntâg Donnerstag
a keidl ein bisschen
a Leggele kleine Weile
sem dort, auch Bindewort
âlm immer, ständig
mangga-leisima doch noch
tschmorganz in der Früh
tschnâchts am Abend
afa-löscht alsbald später
an-gallisch´n alsbald später
do-seid´r seither, seitdem
do-wernd inzwischen
fleaze am äußeren Rand
gôr et gar nicht
itz jetzt
eppans etwas
sôvl, dös kostet sôvl soviel
virsche geahn, tuin weitermachen
wöllander Berg welcher Berg
wettana Muit´r welche Mutter
gesett geahn ich hätte gehen sollen
wôltan viel ziemlich viel
zi veadorscht am äußersten Rand
z´nicht böse
wôlf´l billig
wölfiler noch billiger
a vaneat´n (bist du so bleich) deswegen
tscherfln, tschusn Schuhe abputzen, langsames Füße bewegen
tôtzlan hüpfen, springen
lunzzn mit einem Auge
zâbbln zappeln
fôchn Vögel fangen
fliantschn weinen
formasn 2. Frühstück
fratschl´n ausfragen
garatz´n knarren
gengg´n raunzen
gefreuntet verwandt
gigatz´n stottern
kim(m), kimbt, kemmen kommen
köis´n schaukeln
kuttor´n lachen, kichern
murx´n etwas nicht richtig machen
nâggl´n wackeln
pôchn schimpfen
precht´n reden, erzählen
pootsch´n mit Wasser spielen
pôssl´n spielen
lis´nen, lôs´n horchen
schrepf´n bremsen
schwâddor´n Arbeit schlampig machen
sindl´n nachdenken
sörchl´n geräuschvolles Atmen
stuidl´´n unsittliches Verhalten
gruddl´n lustige Berührungen an Reizstellen
greinen ständig unzufrieden
kreischt´n atmen
löchatz´n schnell schnaufen und eilen
fender´n unachtsam
guntra-want´n herumtollen
sumper´n sumsen, Kinder sumpern
tschweang´n unzufriedener Dauerredner
knâster´n übertriebenes Beten
pôchn schimpfen
pitsch´n zwicken
tik´n foppen
tâtsch´n schlagen
trintschl´n kleckern
tschungglen Speisen brennen an
tutsch´n schlafen, kuscheln, liegen
zoas´n kann Zoaser mehr dermâch´n
loanen anlehnen
meiter´n schimpfen
manândôr tröber´n, lôtter´n herumtollen
schleinen beeilen
bliat´n bluten
verwä(e)gen ich erlaube es mit zu kaufen
suzzl´n lutschen
siffern Flüssigkeit kommt nur langsam zum Stillstand
trôpfatz´n tropfen
sprutz´n gießen, Bische sprutz´n
schwabbatz´n Bewegung der Milch im Pittra
bleade ohne Geschmack
geleime eng zusammengerückt
gâschtig(k) schmutzig
grantig missgelaunt, auch arbeitseifrig
wenggate aus der Form gebracht
fruitig(k) flink
schlutzig schlüpfrig, rutschig
rougl locker
hanitg(k) bitter
schelch schief
tirmisch dickköpfig, schwindlig
tamisch zornig, unzugänglich
tearisch schwerhörig, nicht hören wollen
tangg linkshändig, oder 2 tangge Hände
abich ungut, unzugänglich
geneatig(k) eilig
wilde schean sehr schön
grunnig schlecht gelaunt
tscherggate aus der Form, hinkend gehen
riewig ruhig
giatla vorsichtig, still sein
grâmpat, trâmpat ungeschickt, grob
tullat eigensinnig
spilde schütter – bei Kornsaat
speare kalt windig, auch spöttisch
bidörbig klein armselig
long(g)ilate länglich
harbe, et ze harbe sein sich Zeit lassen
lâppate, teppate behindert – auch Schimpfname
husig groß, fesch
ânte tin sich beleidigt fühlen
hoagl heikel
giggl´n etwas zeigen, aber nicht geben
gache sofort schnell
nindôrscht nirgends zu finden
noanda altes Wort für nein
kârlassig heikel, empfindlich
âcha herunter, âcha zi ins
zi-fônhig´n vorzu
gehilbe bedeckter Himmel
gehoat´r heiter
lentschate halb gebackenes Brot
tôll sehr viel, tôll bekemmen
blek-fuißate barfüßig
tschaupate zerzauste Haare
droutsch´n, drôtsch´n beim Essen bzw. Kochen alles durcheinanderbringen
hearisch aufgeputzt
ga fud´r gehe fort
hinter ruggis hinter dem Rücken reden

 
valid xhtml. css. wai.