Karwoche
In manchen Gemeinden des südöstlichen Tirol, besonders im Pustertal, so auch in Innervillgraten findet man die Tradition der Heiliggräber, die heute wieder stärker aufzuleben scheint. Man sieht eine Figur des Heiland in einem Grab liegen, das an das Heilige Grab in Jerusalem erinnern soll. Ursprünglich sind die Heiliggräber auf Letzteres im Zusammenhang mit der Problematik der Eroberung Jerusalems in den Kreuzzügen zurückzuführen. Die Gegenreformation sah in ihnen ein wichtiges Mittel der Verbreitung und Vertiefung des katholischen Glaubens. Doch stellen sie auf jeden Fall große Kunstwerke dar, und man wird nicht bezweifeln können, dass sie im religiösen Empfinden der Bevölkerung verankert sind, obwohl sie Kaiser Joseph II. verboten hat.

Am Gründonnerstag sagt man „fliegen die Glocken nach Rom“. Es handelt sich um ein Symbol für den Beginn der Leidenszeit Christ.

Die Karfreitagsliturgie findet man in Osttirol in der üblichen Form, wobei auch die Kreuzverehrung durchgeführt wird. Danach folgt in der Regel eine Zeit der Stille und des Gebets, die sich nicht selten bis zum Abend des Karsamstag hinzieht.